Trennung und Wiedervereinigung Deutschlands
Ablauf: Nach Ende des 2. Weltkrieges besetzten die alliierten Siegermächte (USA, Großbritannien, Frankreich und UdSSR) Deutschland und Berlin vollständig. Am 12. September 1944 einigten sich die Alliierten im "Londoner Protokoll über die Besatzungszonen in Deutschland und die Verwaltung von Groß-Berlin" über die Teilung Berlins in einen englischen, amerikanischen und sowjetischen Sektor und die Einrichtung einer interalliierten Regierungsbehörde, der "Kommandantur". Am 1. Juli 1945 räumten die USA die von ihnen in Sachsen und Thüringen eroberten Gebiete und zogen gemäß den Vereinbarungen in Berlin ein.
Als die Westmächte schließlich am 11. Juli 1945 die Kommandantur in den Westsektoren übernahmen, mussten sie feststellen, dass die UdSSR, deren Truppen Berlin anfangs allein besetzt hatten, in den zwei Monaten vor dem Eintreffen der westlichen Truppen eine Reihe vollendeter Tatsachen geschaffen hatten. Dazu gehörte die Einsetzung eines Magistrats als Stadtverwaltung im Mai 1945. In ihm besaßen die Kommunisten entscheidenden Einfluss. Unter den bereits am 10. Juni 1945 überall in ihrem Bereich zugelassenen Parteien erkannte die UdSSR den Kommunisten ebenfalls die führende Rolle zu. Es gelang jedoch in kurzer Zeit die entsprechenden Stellen neu zu besetzen und die Verwaltung in West-Berlin neu umzuformen.
Im Osten Berlins und in der Ostzone vereinigten sich am 21./22. April 1946 die SPD und die KPD zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Dieses wurde in den Westsektoren jedoch von 82,3% der SPD Mitglieder bei einer Urabstimmung verhindert. Das Scheitern der Tagung des Außenministerrates im März und April 1947 über Fragen der Einheit Deutschlands, der Ruhrgebietskontrolle und der Reparationen sowie der tiefe ökonomische Einbruch in diesem Jahr verstärkten im westlichen Lager die Krisenerscheinungen. Am 5. Juni 1947 verkündeten die USA den Marshall-Plan zum Wiederaufbau der europäischen Staaten. Nach der Ablehnung amerikanischer Unterstützung durch die osteuropäischen Staaten, schien es, als ob sich die deutsche Frage durch die wirtschaftliche übermacht der Westgebiete lösen lassen könnte. Auf Beschluss des Berliner Magistrats wurde am 15. Januar 1947 der britische und amerikanische Sektor Berlins wirtschaftlich der Bizone (am 8. April durch Anschluss der französischen Besatzungszone zur Trizone erweitert) angeschlossen.
Firmen in den Westsektoren nahmen bevorzugt Geschäftsbeziehungen zum Westen auf und schränkten ihre Beziehungen zum Ostsektor der Stadt immer mehr ein. Im Gegenzug versuchte die Sowjetunion den Westmächten ihre Anwesenheit in Berlin zu verleiden. Behinderung der Versorgung der Westsektoren, Beschlagnahmungen von westlichen Zeitungen, Behinderung des Verkehrs und Verhaftungen von amerikanischem Militärpersonal waren an der Tagesordnung. Außerdem antwortete die SED auf Gründung und Ausbau der Bizone im Dezember 1947 mit dem deutschen Volkskongreß für Einheit und gerechten Frieden, der als verfassungsgebende Körperschaft den Deutschen Volksrat im März 1948 bildete; mit der Deutschen Wirtschaftskommission (14. Juni 1947) war in der sowjetischen Besatzungszone bereits ein zentrales Exekutivorgan geschaffen worden. Der Konflikt um die im Juni in Ost und West separat durchgeführte Währungsreform steigerte sich bis zur Berliner Blockade und wirkte als Katalysator des Vollzugs der Staatsgründungen unter Führung der Siegermächte.
Am 24. 6. 1948 erfolgte die vollständige Blockade durch die Sowjets aller terrestrischen Verkehrswege von und nach Berlin. Am folgenden Tag befahl Präsident Truman die Aufnahme einer Luftbrücke zur Versorgung Berlins. Fortan erfolgte die Versorgung der 2 Millionen Westberliner mit Versorgungsgütern durch die einzige offene Verkehrsverbindung. Von den Westberlinern nahmen nur etwa 1000000 das östliche Angebot an, sich im Ostsektor Karten zu besorgen, um dort Lebensmittel und Kohle zu kaufen.
Während die Sowjetunion die Ausdehnung ihrer Verantwortlichkeit auf alle Sektoren unter Berufung auf die Zerstörung der Einheit Deutschlands durch die Westmächte forderte, versteiften diese sich auf die Beibehaltung der westlichen Verantwortlichkeit im Rahmen der Viermächteverwaltung ganz Berlins. In der Sowjetunion mußte man sich bald das Scheitern der Blockade eingestehen. Sie hatte bei den Westmächten nur zu einer weiteren Solidarisierung mit der Stadt und ihren Bewohnern geführt. Durch die Schutzgarantien für Berlin hatte sich das Verhältnis der Bevölkerung in West-Berlin und den Westzonen zu den Westalliierten grundlegend gewandelt. Besonders die USA wurden jetzt als Schutzmacht gegenüber dem expansiven Vorgehen der Sowjetunion empfunden. Ende November 1948 war die Teilung Berlins in ein Berlin-West und ein Berlin-Ost nahezu vollendet.
Am 9.2.1949 hatte der Parlamentarische Rat beschlossen, West-Berlin als zwölftes Bundesland in den Geltungsbereich des Grundgesetzes einzubeziehen, mußte sich jedoch nach einem Einspruch der Westmächte mit einer beratenden Funktion der Berliner Abgeordneten zufriedengeben. Ziel dieser Bemühungen war die wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration der Westsektoren in die BRD. Das von dem im September 1948 konstituierten Parlamentarischen Rat am 8. Mai 1949 verabschiedete, am 12. Mai von den Militärgouverneuren genehmigte Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wurde am 23.mai 1949 verkündet. Die östliche Seite zog nach: die vom Verfassungsausschuß des Deutschen Volksrats ausgearbeitete Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik wurde vom 3. Deutschen Volkskongreß angenommen (30. Mai 1949) und vom 2. Deutschen Volksrat verabschiedet (7. Oktober 1949).
Seit der Gründung der beiden deutschen Staaten vollzog sich die Geschichte Deutschlands in getrennten Bahnen: als Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Von Anfang an standen sie sich als Konkurrenz zweier Gesellschaftssysteme gegenüber. Welch wichtige Bedeutung Berlin für den gegenseitigen Unterminierungskampf hatte, wurde an der äußerung des Regierenden Bürgermeisters deutlich, der 1951 Berlin (West) als "Pfahl im Fleische" der DDR und als "Türklinke" bezeichnete mit der das Tor nach Osten aufgestoßen werden könne. Die Sowjetunion schlug schließlich am 10.3.1952 den Westmächten einen Entwurf über die Grundlagen eines Friedensvertrages mit Deutschland vor. In diesem Entwurf wurde die Wiederherstellung eines einzigen Staates in Deutschland, der Abzug aller Besatzungstruppen nach einem Jahr, keine Beschränkungen der deutschen Wirtschaft, die Festlegung der deutschen Grenzen entsprechend dem Potsdamer Abkommen, die Neutralisierung Deutschlands, den Besitz nationaler Verteidigungskräfte, das Verbot antidemokratischer Organisationen und die Aufnahme Deutschlands in die UNO vorgeschlagen. Das Angebot wurde jedoch von den Westmächten und der Bundesregierung kategorisch als Propagandatrick abgelehnt.
In Berlin waren Sowjetunion und DDR nach der Niederlage in der Blockade zu einer Politik der Nadelstiche übergegangen. Mit Behinderungen und Schikanen versuchte sie den Ausbau der Stadt zu einem "Schaufenster des Westens" zu verhindern. Staßenbenutzungsgebühren für Zivilreisende von und nach Berlin, sowie Schikanen bei der Einreise in den Westteil der Stadt verdeutlichten den Menschen die Situation. Der beginnende Aufbau einer festen Grenze zeigte sich in einem bis zu 25 m breiten abgeholzten Grenzstreifen zwischen BRD und DDR. Der Unterschied des Lebensstandards zwischen Ost und West hatte in der DDR einen erheblichen ideologischen Einfluß auf große Teile der Bevölkerung. Es war der Führung nicht gelungen, das DDR-eigene Weltbild so stark zu verankern, dass widrige Lebensumstände ohne weiteres hingenommen wurden. So traten am 17. Juni 1953 350000 Arbeiter in Streik. Dieser wurde niedergeschlagen und die Berliner-Grenze wurde für 3 Wochen hermetisch abgeriegelt. Die Ereignisse des 17. Juni hatten gezeigt, dass die Westmächte nicht bereit waren, auf Seiten der Aufständischen militärisch in der DDR einzugreifen, obwohl deutlich wurde, dass die SED-Führung der DDR bereit war, ihren unberechtigten Machtanspruch mit allen Mitteln zu verteidigen. Mit einer Anhebung des Lebensstandards versuchte man in der DDR daraufhin, den offensichtlichen Rückhalt in der Bevölkerung wiederzuerlangen. Allerdings intensivierte sie ihre überlegungen, gegen West-Berlin vorzugehen, da die von dort agierenden "imperialistischen Geheimdienste", "Agentenzentralen" und Rundfunksender massgeblich an den Unruhen beteiligt gewesen seien.
Nachdem die Westmächte im Herbst 1954 die Pariser Verträge ausgearbeitet hatten, schien eine deutsche Einigung nicht mehr in Reichweite. Nach dem Beitritt der BRD zur Nato und der Wiederbewaffnung Westdeutschlands ging die Sowjetunion 1955 zur Propagierung der Zweistaatentheorie über und bot der BRD die Normalisierung der Beziehungen an. Am 11.12.1957 verabschiedete die Volkskammer ein Gesetz, in dem die Republikflucht unter Strafe gestellt wurde. Der Reiseverkehr zwischen den deutschen Staaten wurde weiter erschwert, Bundesbürger brauchten fortan eine Aufenthaltserlaubnis, um in die DDR reisen zu können. Im November 1958 stellte die Sowjetunion den Westmächten ein Ultimatum. Sie sollten sich binnen 6 Monaten zu Verhandlungen um die Berlinfrage bereit erklären, da die UdSSR sonst einen separaten Friedensvertrag mit der DDR schließen würde und die Kontrolle über die Zufahrtswege von und nach Berlin unter die Zuständigkeit der DDR fiele. In der Mitte des Jahres 1960 spitzten sich die wirtschaftlichen und politischen Probleme in der DDR zu. Formell knüpfte das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zwar an die sozialistischen, solidarischen Ideen der Arbeiterbewegung an, doch die politische Diktatur, Rechtsunsicherheit und fehlende Freiheiten verzerrten die Ideen. Bürokratische Ineffizienz, aber auch Reparationen und Misswirtschaft behinderten das Wirtschaftswachstum beträchtlich. Die Fixierung der DDR-Bürger auf die Bundesrepublik mit ihrer freiheitlichen parlamentarischen Demokratie und ihrem "Wirtschaftswunder" sorgte für eine rasch ansteigende Zahl der Flüchtlinge.
Das Politbüro der SED reagierte auf die Zuspitzung der Lage mit der Ausweitung der parteilichen Machtbefugnisse. Auf Seiten der DDR-Führung ergriff Walter Ulbricht am 15.6.1961 auf einer Pressekonferenz die Initiative. Im Hinblick auf die nach West-Berlin strömenden Flüchtlinge forderte er die Schließung des Flüchtlingslagers in Marienfelde, den Verzicht der Stadt auf Gewährung politischen Asyls sowie die Schließung diverser Rundfunkanstalten und des Flughafens Tempelhof. "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten." Dieses sagte Ulbricht kurz vor dem Bau der Mauer. Vom 3.-5.8.1961 trafen sich die Ersten Sekretäre des Zentralkomitees der kommunistischen und Arbeiterparteien der Mitgliedsländer des Warschauer Paktes in Moskau. Auf der Konferenz, auf der speziell die Deutsche Frage und das Berlin-Problem behandelt wurden, erhielt Ulbricht die politische Zustimmung der UdSSR für seine Absperrpläne Ost-Berlins. In der Nacht vom 12.auf den 13.8.1961 errichteten Volkspolizei und NVA entlang der quer durch Berlin verlaufenden Sektorengrenze Stacheldrahtverhaue und Steinwälle, die in der folgenden Zeit zu einer durchgehenden Mauer ausgebaut wurden. Gleichzeitig wurden Polizei- und Armeeeinheiten in Ost-Berlin eingesetzt, um Demonstrationen zu verhindern. Die Sowjetunion hatte der Regierung der DDR die Verfügung über den Ostsektor Berlins in allen wesentlichen Teilen übergeben und es gestattet, dass Truppen der DDR in Ost-Berlin einrückten und dass DDR-Behörden einseitig die innerstädtischen Verkehrsverbindungen blockierten. Fortan war Berlin als Fluchttorfür DDR-Bürger versperrt, die DDR abgeriegelt.
Für die Westalliierten und den Berliner Senat kam die Errichtung der Absperrmaßnahmen überraschend. Die Westalliierten hielten sich zurück, was oft kritisiert wurde, denn man rechnete mit noch schwerwiegenderen Maßnahmen der DDR. Bis dahin hatte die DDR nicht gegen die Rechte der Westmächte in Berlin verstoßen und auf westalliierter Seite war man der Annahme, dass ein zu heftiges Vorgehen gegen die Absperrmaßnahmen nur ein willkommener Anlaß für Blockademaßnahmen oder gar die Einnahme Berlins gewesen wäre. In Berlin selber brach die Stimmung völlig zusammen, denn die Bürger waren sowohl empört als auch enttäuscht über die Zurückhaltung de Westens. Die Furcht vor einer ungewissen Zukunft führte zu zahlreichen Protestkundgebungen. Diese wurden allerdings beruhigt, als US- Präsident Kennedy auf ein Schreiben des Berliner Bürgermeisters Willy Brandt hin die amerikanischen Truppen in Berlin verstärkte und Vizepräsident Johnson und General Clay nach Berlin sandte. Diese wurden von der Bevölkerung herzlich begrüßt, denn nun war ihr wieder das Gefühl gegeben worden, dass sich jemand um sie kümmerte.
In der DDR waren die Reaktionen hingegen anders und vielfältig. Einige Bürger hofften auf das Versprechen der SED, die Mauer sei nur ein vorübergehender Zustand bis der Friedensvertrag unterzeichnet sei, andere waren erleichtert, dass die Regimeflüchtlingsströme nun endlich gestoppt worden waren, und hofften darauf, dass die DDR die BRD an Arbeitsproduktivität überholen könne. Ab dem 23.08.1961 spitzte sich die Lage zwischen Ost und West weiter zu. Auf beiden Seiten erfolgte die Verstärkung der Streitkräfte in Europa. Doch erst nachdem der sowjetische Versuch der Stationierung von Mittelstreckenrakenten auf Kuba gescheitert war, lenkte UdSSR Regierungschef Chruschtschow ein und erklärte, dass die Sowjetunion nicht weiter auf dem 31.12.1961 als Termin für die Unterzeichnung des Friedensvertrages bestünden. In der Zeit nach der Kuba-Krise ging es darum, sowohl DDR als auch die Bundesrepublik in den internationalen Prozess einzubinden.Die Bedeutung der Berlinder Mauer war für beide deutschen Staaten sehr unterschiedlich.
Die DDR sah den Unruheherd Berlin nun stillgelegt und betonte nach außen hin immer die völlige Unterstützung der Bevölkerung. So konnte sich die DDR konsolidieren, und Walter Ulbricht hatte nun die volle Gewalt über die Bürger. Damit bestand für die DDR-Führung die gleiche Ausgangsposition wie für andere kommunistische Systeme: Den Menschen war jede Form demokratischen Mitgestaltens verwehrt. Menschen, die deshalb abwandern wollten, waren in ihrem Land eingesperrt, und es blieb ihnen keine andere Möglichkeit als sich mit dem System zu arrangieren. Zum Hauptziel der Berlin-Politik der DDR wurde es, den Hauptstadtanspruch Ost-Berlins durchzusetzen und gleichzeitig den Hauptstadtanspruch West-Berlins in Frage zu stellen.
Für die Politik der BRD war der Mauerbau hingegen ein tiefer Einschnitt. Konrad Adenauers deutschlandpolitische Konzeption hatte einen tiefen Schlag erhalten. Das Scheitern seiner Politik der Härte zeigte sich auch bei den Wahlen am 17. September 1961, bei denen die CDU ihre absolute Mehrheit verlor. Allerdings machte die Mauer auch das gemeinsame "Feindbild" aller Westdeutschen dem sozialistischen System gegenüber möglich und bot jedem eine simple, leicht zu verstehende politische Positionsbestimmung an. Westlich der Mauer ging es den Menschen verhältnismäßig gut, auf der Ostseite hingegen wurden sie von einem undemokratischen System gefangen gehalten.Diese Tatsache ist hier zwar simplifiziert dargestellt, behielt aber aufgrund ihrer treffenden Kernaussage immer Aktualität. Nach der zweiten Berlin-Krise ( 1962-1964 ) hatte sich der Ost-West-Konflikt auf weltpolitischer Ebene deutlich entspannt, denn die UdSSR und die USA respektierten nun ihre jeweiligen europäischen Situationen. Für die Weststaaten sollte Berlin eine "Brückenfunktion" zwischen Ost und West erhalten und die Kommunikation zwischen den Völkern Ost- und Westeuropas ermöglichen. Mit Kennedys "Ich bin ein Berliner"-Rede wurde die Vertrauenskrise zu den Westmächten beendet. Kennedy sagte, dass die Berliner Mauer die abscheulichste Demonstration für das Versagen des kommunistischen Systems sei, und ein echter Friede in Europa nicht gewährleistet sein könne, solange jedem vierten Deutschen das Grundrecht einer freien Wahl vorenthalten sei.1 In diesen Worten zeigt sich nicht nur die Grundüberzeugung des amerikanischen Präsidenten, sondern auch die der westdeutschen Regierung. Es wurde klar, dass allein die Mauer das Scheitern des sozialistischen Oststaates verhinderte. Ihre Existenz machte die undemokratische Struktur eines Systems offensichtlich, dessen Führung als letztes Mittel sein eigenes Volk einsperrte, um abgeschlossen von störenden Einflüssen eine sozialistische Herrschaft zu errichten. In der westdeutschen und West-Berliner Politik erleichterte die Mauer die eigene moralische Standortbestimmung. Jedem Bürger konnte sofort klar werden, auf welcher Seite Freiheit und auf welcher Unterdrückung herrschte.
1963 kam erstmals eine SPD/FDP-Koalition im Berliner Senat zustande. Diese wich vom harten politischen Kurs gegenüber der DDR ab und erreichte im Dezember des gleichen Jahres nach mühsamen Verhandlungen mit der DDR-Regierung ein Passierscheinabkommen, welches den West-Berlinern zum ersten mal nach Erbauung der Mauer erlaubte, den Ostteil der Stadt zu besuchen. Dieses Abkommen bewies die Möglichkeit, dass ma - trotz gegensätzlicher Grundsatzpositionen - humanitäre Angelegnheiten verwirklichen konnte. Der Ost-Berliner Führung war es mittlerweile gelungen, die Abneigung der Bevölkerung von Ost-Berlin gegenüber der DDR abzubauen und in die Entwicklung eines Hauptstadtbewusstseins umzuwandeln. CDU und CSU hatten sich bereit erklärt, auf die sowjetisch-amerikanische Politik der Konfliktbeseitigung einzuschwenken um die unter den Regierungen Adenauer und Erhard entstandene Isolierung der BRD in Ost und West aufzubrechen. Unter der großen Koalition begannen erste Gespräche mit der Regierung der DDR, die jedoch vorerst ohne Erfolg blieben. Die Große Koalition war im Herbst 1966 wegen der kritischen wirtschaftlichen und politischen Lage als ein Bündnis auf Zeit geschlossen worden, um die wirtschaftlichen Probleme der Bundesrepublik gezielt zu lösen. Mit dem Verbot der Benutzung von Transitstrecken im April 1968 und dem damit verbundenen Visazwang im März 1969 trat die DDR der immer mehr steigenden Bundespräsenz West-Berlins entgegen. Dies zeigt auch Artikel 1 der DDR Verfassung, in dem Ost-Berlin nur noch als Hauptstadt der DDR und nicht mehr ganz Deutschlands bezeichnet wurde. Die im Oktober 1969 gebildete sozialiberale Koalition in Bonn nutzte im Zuge der weltpolitischen Entspannungen die Möglichkeit, auch die Beziehungen zum Osten weiter auszubauen. Willy Brandts Ostpolitik konnte nun endlich zum Zuge kommen.
Im Vordergrund der neuen Ostpolitik stand die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zu den Ostblockstaaten. Infolgedessen schloss die BRD mehrere Staatsverträge, die eine weitgehende Entspannung des Verhältnisses zur UdSSR, zu Polen, zur Tchechoslowakei und zur DDR bewirken sollten. Der am 12. August 1970 abgeschlossene Moskauer Vertrag beinhaltete den Verzicht auf gegenseitige Gewaltanwendung der BRD und der UdSSR. Am 7. Dezember 1970 schlossen die BRD und Polen den Warschauer Vertrag, indem die Bundesrepublik auf die ehemals deutschen, jedoch 1945 an Polen gefallenen Gebiete verzichtete. In der DDR vollzog sich 1971 der Machtwechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker, weil der Versuch, die BRD wirtschafltich zu überholen gescheitert war. Honecker begrub jegliches Reformrezept. Politik und seine Ideologien traten in den Vordergrund und verdrängten so die Wirtschaft. Honecker akzeptierte den ökonomischen Vorsprung des Westens und machte keine neuen Versuche diesen bezüglich auf die wirtschafltiche Aktivität zu überholen. "Hohe Tiere" in Partei und Militär konnten sich in Sonderläden an Waren bedienen, die für die gewöhnliche Bevölkerung unzugänglich waren. So entstanden Spannungen in der Gesellschaft und es stellte sich zunehmend die Frage, wie lange ein Großteil der Bevölkerung noch bereit war, ein sozialistisches System zu tragen.
Angesichts dieser Situation war die DDR einerseits bereit, wirtschaftliche Hilfeleistungen aus der BRD anzunehmen, andererseits versuchte das marode Regime dabei unter allen Umständen die Souveränität und die Gleichberechtigung der DDR zu bewahren. Beide dieser Punkte wurden im Vier-Mächte-Abkommen über Berlin verwirklicht. Dieses wurde am 3. September 1972 unterzeichnet. Es erleichterte von nun an den Transitverkehr nach West-Berlin und ermmöglichte den Besuch von Westlern im Osten. Außerdem wurde die Bindung West-Berlins an den Bund anerkannt. Ein weiterer wichtiger Vertrag war der am 17. Mai 1972 zwischen Bundesrepublik und DDR abgeschlossene Grundlagenvertrag. Dieser beinhaltete die Einrichtung ständiger Vertretungen, gut nachbarliche Beziehungen sowie die uneingeschränkte gegenseitige Achtung der territorialen Ansprüche. 1973 wurde die DDR schließlich auch von der Nato anerkannt und in die UNO aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde das deutsch- deutsche Verhältnis jedoch auf eine Bewährungsprobe gestellt, als das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil die BRD nicht als "Rechtsnachfolger" des deutschen Reiches,sondern als Staat identisch mit dem deutschen Reich und in Bezug auf seine Ausdehnung teilidentisch mit ihm bezeichnete. Die DDR ging nach diesem Urteil neuen Vereinbarungen mit der BRD aus dem Weg und wandte sich massiv gegen die Anbindung West-Berlins an die Bundesrepublik.
Der Abbau von erkennbaren Statusregeln für den Ostsektor in Bezug auf die DDR lief derweil fast parallel zur verfassungsrechtlichen Bindung der DDR and die Sowjetunion und erreichte mit der Verfassung von 1974 ihren Höhepunkt. Dort war festgeschrieben, dass die DDR für immer unwiderruflich mit der UdSSR verbunden sei. Darüber hinaus versuchte die DDR, gerade Besuche ausländischer Staatsoberhäupter und Regierungschefs immer wieder dazu zu nutzen, Ost-Berlin als Hauptstadt aufzuwerten.
In der BRD ist das Jahr 1975 innenpolitisch geprägt von der Auseinandersetzung mit Terrorgruppen. Die Entführung von Peter Lorenz, Landesvorsitzender der Berliner CDU, der Baader-Meinhof Prozess in Stuttgart Stammheim, der Sprengstoffanschlag auf die Deutsche Botschaft in Stockholm sind herausragende Ereignisse, die die westdeutsche Politik und Bevölkerung beschäftigen.
In der DDR hingegen herrscht scheinbar innerer Friede. Demonstrativ wird erstmals der Gründungstag des Staates am 07.10.1975 als Nationalfeiertag begangen. Die Staatsführung betreibt mit allen Mitteln die Anerkennung der DDR als eigenständigen Staat. Am Rande der KSZE-Konferenz, (Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), verhandeln SED-Chef Erich Honnecker und Bundeskanzler Helmut Schmidt über wirtschaftliche Kooperation. Die BRD gewährt der DDR Kredite in Milliardenhöhe zur Belebung der DDR-Wirtschaft, während Schmidt bessere Verkehrsverbindungen vom Bundesgebiet nach Westberlin, sowie mehr Kontakt zwischen Deutschen in Ost und West einfordert. 1976 erhält die Einheitsliste bei den Volkskammer und Bezirkstagswahlen in der DDR 99,86 % der Stimmen, wiederum ein Zeichen der scheinbar inneren Geschlossenheit. Erich Honnecker, Staatsratsvorsitzender und Willi Stoph, Ministerratsvorsitzender, werden in ihren Ämtern bestätigt. Die bestätigte Staatsführung eröffnet den "Palast der Republik", Tagungsort der Volkskammer, und Prunkbau des Staatsselbstverständnisses der DDR-Führung nach außen. Dagegen erleben die nicht systemkonformen Künstler, z.B. der Liedermacher Wolf Biermann, eine Verschärfung der Repressalien gegen Oppositionelle oder kritische Intellektuelle. Wolf Biermann wird ausgebürgert, zahlreiche Regimekritiker folgen ihm.
Auch in der BRD finden Wahlen statt. Die SPD/FDP-Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt übernimmt für vier weitere Jahre die Führung der BRD. Sie muß sich auseinandersetzen mit Protestkundgebungen gegen Kernenergie, bei denen es zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten kommt. Auch 1977 stellt die außerparlamentarische Opposition die Öffentlichkeit vor große Belastungsproben. Jürgen Ponto, Vorstandssprecher der Dresdner Bank, sowie Generalbundesanwalt Sigfried Buback, fallen einem Attentat zum Opfer.
Dagegen ist in der DDR offiziell keine Spur von Volksprotest zu vernehmen. DDR-Sicherheitskräfte sorgen für vermeintliche Ruhe; jedes Mittel ist ihnen recht, den inneren Frieden nach außen hin zu demonstrieren. 1978 schließen BRD und DDR ein neues Verkehrsabkommen ab mit dem Ziel einer Verbesserung der Wasserwege nach Berlin und dem Ausbau der Autobahnverbindungen. Für DDR-Schüler der 9. Und 10. Klasse wird die vormilitärische Ausbildung und Erziehung neues, verpflichtendes Unterrichtsfach. Wehrdienstverweigerung in der DDR wird mit mehrjähriger Haftstrafe geahndet. Die evangelische Kirche spricht sich gegen den Wehrkundeunterricht an den Schulen aus. Aus Protest verbrennen sich zwei evangelische Pfarrer öffentlich. Doch die vom Staat kontrollierten Medien bezeichnen diese Taten als Taten von Geisteskranken; eine politische Diskussion über die Motive wird unterbunden. 1979 kommt es dann zu einer massiven Verschärfung des politischen Strafrechtes in der DDR. Westliche Korrespondenten werden ausgewiesen, da sie nach Auffassung der DDR-Behörden auf Grund ihrer Recherchen gegen die neuen Bestimmungen für Journalisten verstoßen. Ein Fluchtversuch zweier Familien aus der DDR in die BRD gelingt mit einem selbstgebastelten Heißluftballon.
In der BRD findet der 1. Prozess gegen Neo-Nazis statt. Die Grüne Partei zieht erstmals in ein Landesparlament ein. Auf der Strasse findet der Protest der Bevölkerung gegen die Verseuchung der Umwelt statt. Atomkraftgegner demonstrieren gegen den Bau atomarer Wiederaufbereitungsanlagen. Im Jahr 1980 erklärt der Staats- und Parteichef der DDR Erich Honnecker die Souveränitat des DDR-Staates. Als Voraussetzung für den Ausbau der Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten werden die Gesandtschaften in Botschaften umbenannt. Immer wieder kommt es zu Verhandlungen, in denen die BRD politische Häftlinge aus DDR-Gefängnisse gegen Devisen freikauft. Während in der DDR Käuferschlangen vor Geschäften mit eingeschränktem Angebot warten, ist das Warenangebot im Westen unlimitiert. Honneckers Interesse an einem Dialog mit Bundeskanzler Helmut Schmidt wird aber häufig durch außenpolitische Ereignisse getrübt, z.B. durch die aufkommende Gewerkschaftsbewegung der Solidarnosc in Polen. Bei einem Besuch von Bundeskanzler Helmut Schmidt im Jahr 1981 erörtern die Regierungschefs beider Seiten den Mindestumtausch für Reisende in die DDR, gemeinsame Verkehrs- und Umweltschutzprojekte und die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen.
Aus Anlass des 20 Jahrestages des Berliner Mauerbaus marschieren im gleichen Jahr bewaffnete Kräfte in Ostberlin zu einem Kampfappell auf, um Einigkeit und Stärke zu demonstrieren. In Bonn dagegen demonstrieren 30.000 Menschen friedlich für Frieden und Abrüstung. Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler aus beiden deutschen Staaten treffen sich in Ostberlin. Wieder Erwarten wird öffentlich Kritik an der Staatsführung der DDR geäußert und hingenommen. 1982 versammeln sich in der DDR 5.000 Menschen in der Dresdner Kreuzkirche zu einem Friedensforum. Seit der Stationierung sowjetischer SS-20 Raketen wächst in der DDR eine von den Bürgern ausgehende Friedensbewegung unter dem Dach der evangelischen Kirche. Auch in Westdeutschland haben Friedensgruppen immer mehr Zulauf. Über 40.000 Menschen demonstrieren in Bonn gegen die Aufrüstung in Ost und West.
Bei einem Besuch des US-Präsidenten Ronald Reagan 1983 schließen BRD und DDR erstmalig ein Umweltabkommen ab. Die Ostberliner Regierung beschließt die Düngung der Wälder als Maßnahme gegen das Waldsterben. Auch in der BRD rücken umweltpolitische Belange in den Mittelpunkt. Die Probleme grenzüberschreitender Verschmutzung werden von Experten beiden deutschen Staaten erkannt.
Die Wirtschaftskrise in der DDR spitzt sich zeitgleich unaufhörlich zu. Ostdeutsche Produkte sind auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, das Außenhandelsdefizit verknappt die Devisen und läßt die Verschuldung ansteigen. Die BRD stützt die DDR mit einem Milliardenkredit und nutzt damit die Chance, über Erleichterungen zwischenmenschlicher Beziehungen zu verhandeln. Trotz dieser Erleichterungen wächst die Unzufriedenheit der DDR- Bürger stetig. 1984 erreicht die Ausreisewelle aus der DDR mit rund 35. 000 Menschen einen neuen Höhepunkt. Spektakulär ist die außergewöhnlich hohe Zahl von Botschaftsflüchtlingen in diesem Jahr. Hintergrund der Ausreise ist die wirtschaftliche Krise und die wachsenden Repression der Überwachungsorgane gegenüber Andersdenkenden. Durch einen weiteren westdeutschen Bankenkredit in Höhe von 950 Millionen DM erkauft sich die BRD die Senkung des Mindestumtauschsatzes für Rentner. 1985 unterzeichnen die beiden deutschen Staaten eine Vereinbarung über den innerdeutschen Handel, der den zinslosen Überziehungskredit der DDR auf 850 Millionen Verrechnungseinheiten anhebt. Die DDR hingegen verpflichtet sich, die BRD in ihrem Anliegen zu unterstützen, den Zustrom von Asylbewerbern über Ostberlin in die Bundesrepublik Deutschland zu kontrollieren. 1986 tritt eine Änderung im Transitwesen in Kraft, nach der ausländische Staatsbürger nur gegen Vorlage eines Anschlußvisums ein Transitvisum erhalten. So wird die unerwünschte Einreise von Asylbewerbern eingedämmt. Ebenfalls schließen die BRD und die DDR erstmalig ein Kulturabkommen ab.
Erich Honnecker besucht 1987 als erster DDR-Staatsratsvorsitzender die BRD. Er betont anläßlich seines Staatsbesuches: "Die Entwicklung unserer Beziehungen ist von den Realitäten dieser Welt gekennzeichnet und sie bedeuten, daß Sozialismus und Kapitalismus sich ebensowenig vereinigen lassen, wie Feuer und Wasser..... . Dennoch wollen wir nichts unversucht lassen, um weitere Schritte in den Beziehungen zu tun, die den Interessen des Friedens, der Entspannung, einer gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit und damit der Menschheit dienen."
1988 vereinbaren die DDR und die EG die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Dies geschieht aus der pragmatischen Überlegung heraus, die sich verschärfende Krise der ostdeutschen Wirtschaft durch Handelsbeziehungen zu den westlichen Industrieländern aufzufangen. Viele Planvorhaben der DDR-Führung bleiben unerfüllt und es treten massive Lieferengpässe für zahlreiche Güter auf. Doch öffentliche Kritik wird weiterhin nicht zugelassen.
Allerdings kann dies die Gründung der Reformbewegung "Neues Forum" durch 30 DDR-Regimegegner 1989 nicht verhindern. In Leipzig demonstrieren im Oktober 70.000 Menschen für innere Reformen in der DDR, unbehelligt von Sicherheitskräften. In der BRD registrieren Gesellschaft und Regierung den wirtschaftlichen Niedergang und die sich zuspitzende Stimmung in der DDR-Bevölkerung. Bundeskanzler Kohl sieht eine konkrete Chance, in Abstimmung mit den Verbündeten, die Weichen für eine mögliche, friedliche Wiedervereinigung beider deutscher Staaten zu stellen. Elf Tage nach der Feier des Gründungstages der DDR in Anwesenheit des sowjetischen Staats- und Parteichefs Michael Gorbatschow, tritt unerwartet Staats- und Parteichef Erich Honnecker aus angeblich gesundheitlichen Gründen zurück. Egon Krenz übernimmt seine Nachfolge. Er kündigt eine Amnestie für Flüchtlinge und Demonstranten an und stellt ein Reisegesetz in Aussicht, dass jedem DDR-Bürger 30 Tage Reisefreiheit gewährt. Doch die Opposition mißtraut Krenz. Die Friedensdemonstrationen erreichen eine solche Eigendynamik, dass in der Nacht des 9. Novembers die DDR-Behörden die Grenzen nach Westberlin öffnen lassen. Die Mauer ist nach 28 Jahren Schrecken gefallen.
Alle zehn in der Volkskammer vertretenen Fraktionen verabschieden den Antrag, das in der Verfassung von 1968 festgeschriebene Machtmonopol der SED zu streichen. Es wird ein Untersuchungsausschuß einberufen, der Erkenntnisse über Amtsmißbrauch, Korruption und persönliche Bereicherung der DDR-Führung aufdeckt. Auf Initiative der Kirchen versammeln sich daraufhin in Ostberlin Vertreter der DDR-Regierung und der Oppositionsgruppen am Runden Tisch, um über Änderungen im poliltischen System nachzudenken. Politbüro und Zentralkommitee werden abgeschafft, die PDS, (Partei des demokratischen Sozialismus) ins Leben gerufen unter Vorsitz von Gregor Gysi. Die Jahreswende feiern die Berliner Ost wie West gemeinsam am Brandenburger Tor. Im Januar 1990 stürmen in Ostberlin Demonstranten die ehemalige Zentrale des Staatssicherheitsdienstes (Stasi).
Am 18.03.90 finden schließlich die ersten freien Volkskammerwahlen in der Geschichte der DDR statt. Stärkste Einzelpartei wird die CDU unter Lothar de Maizière. Im Juli verabschieden die beiden deutschen Staaten einen Vertrag über Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Es folgen im September Gespräche mit den Außenministern der UDSSR, der USA, Großbritanniens, Frankreichs und beider deutscher Staaten. Das Abschlußdokument der "Zwei- plus Vier- Gespräche" wird unterzeichnet. Damit ist der Weg zur deutschen Einheit endgültig freigegeben. Am 03.10.1990 tritt die DDR der BRD nach 45 Jahren der Trennung bei.
Schlussbetrachtungen: Im Rahmen des fächerverbindenden Berlin-Projekts besuchten wir die Ausstellung " The Story of Berlin". Die Erlebnisausstellung soll das Leben der Berliner zu verschiedenen Zeiten erfahrbar machen. In jedem Raum geht es darum, sich in eine bestimmte Zeit hineinzuversetzen und Verbindungen zum eigenen Leben zu empfinden.
So auch im Raum zur geteilten Stadt. dieser thematisiert die Zeit vom Bau der Berliner Mauer am 13.8.1961 bis zum Vorabend des Falls der Mauer, dem 8.11.1989. Er sammelt eine Reihe von unterschiedlichen Themen, die für das Leben in Berlin bestimmend waren. Auf Stellwänden waren die wichtigsten Ereignisse geteilter deutscher Geschichte zusammengefasst und wurden so dem Besucher präsentiert. Videoaufzeichnungen, zeitgenössische Musik und alltägliche Gebraucsgegenstände aus Ost und West - die den Gegensatz zwischen Ost und West vor Augen führten - ließen uns die Atmosphäre der geteilten Stadt realitätsnah nachempfinden.
Insgesamt kommen wir zu dem Schluss, dass die Geschichte in der " Story of Berlin" auf eine nachzuvollziehende und interessante Weise präsentiert wird, denn der Besucher taucht mit all seinen Sinnen in die Geschichte Deutschlands ein.
Literaturverzeichnis:
Bundeszentrale für politische Bildung: Informationen zur politischen Bildung- Hauptstadt Berlin, Bonn 1996
Bundeszntrale für politische Bildung. Informationen zur politischen Bildung- Die Entstehung der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1989
Chronik-Verlag: Chronik der Deutschen, Augsburg, 1996
Deutscher Bundestag: Fragen an die deutsche Geschichte, Bonn 1986/87
Kleßmann, Christoph: Zwei Staaten, eine Nation- deutsche Geschichte von 1955-1970, Bonn 198
Meyer: Meyers Taschenlexikon Geschichte, Mannheim, Wien, Zürich, 1982
http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/Die...rieges_redeKennedyInBerlin1963/index.html