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Religionsunterricht - freiwillig?
( Besuch im Herder-Gymnasium, Berlin)


Während der Projektwoche in Berlin interessierte es uns, Religionsunterricht auf einer anderen Basis und in einem anderen sozialen Kontext kennenzulernen. Ein Beispiel wäre der nicht grundgesetzlich festgelegte Religionsunterricht. Aus diesem Grund besuchten wir am Donnerstag das Herder-Gymnasium in Neu-Westend, eine Vorzeigeschule Berlins. Hier findet der Religionsunterricht auf freiwilliger Basis statt. Es werden keine Ersatzfächer wie Philosophie oder Ethik angeboten. Da die Alternative eine Freistunde ist, rechneten wir damit, dass der größte Teil der Schüler diese nutzen würde. Zu unserer Überraschung nahmen die meisten Schüler allerdings am Unterricht teil und begründeten dieses mit Kommentaren wie "Macht Spaß" und "Besser als Freistunde". Diese Äußerungen beruhen auf einer lockeren Atmosphäre im Unterricht. Die Schüler haben die Möglichkeit, die Themen zu beeinflussen; dadurch wird der Unterricht durch aktuelle Themen bestimmt (wie z.B. Drogen, Sekten, Todesstrafe, andere Religionen, Graffiti). Neben vielen Diskussionen fließen auch außerschulische Ausflüge, Videos und Spiele mit in den Unterricht ein. In der 11. Klasse wird auch eine Religionsfahrt veranstaltet. Beide Konfessionen (evangelisch und katholisch) werden zweistündig, in der Oberstufe einstündig, unterrichtet. Andere Religionsunterrichte wie der des Islam werden wegen mangelnder Schüler oder Nachfrage nicht angeboten. Außerdem spielt es für die Wahl ihres Religionsunterrichtes keine Rolle, ob und welcher Konfession sie angehören. Ab ihrem 14.Lebensjahr steht es ihnen frei, nach jedem Thema vom katholischen zum evangelischen Unterricht (und umgekehrt) zu wechseln. Dieses "Springen" wird jedoch nicht oft in Anspruch genommen. Natürlich wird ihre Wahl auch von den unterrichtenden Lehrern beeinflusst. Darüber hinaus verlockt die Tatsache, daß weder Arbeiten noch Tests geschrieben werden und die Note sich auf die mündliche Mitarbeit gründet. Auch ist diese Note nicht versetzungsrelevant. Und es wird ein eigenes Zeugnis von dem Lehrer in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ausgestellt. Am Ende der Diskussion stellte sich heraus, daß die Berliner Schüler ihren Religionsunterricht nicht als Wahlpflichtfach wollen, weil dadurch die lockere Atmosphäre gestört würde und die Ungezwungenheit verloren ginge.

Autoren: Rebecca Dick, Christina Droste, Karina Mais, Katharina Schneider

 

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