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Wie leben die Moslems in Berlin?

Am 08. 03. 2000 besuchten wir die Mevlana-Moschee in Berlin-Kreuzberg. Für uns war die Moschee besonders interessant, da sie sich in einem sozialen Brennpunkt befindet. Gegen 14.00 Uhr führte uns Herr Schülzke, Vizepräsident der islamischen Föderation und Mitbegründer der ersten islamischen Schule in Berlin, in den Gebetsraum der Moschee, die sich im zweiten Stockwerk eines Hochhauses über einem Supermarkt befindet. Die monatlichen 11.000,-DM Miete und andere Ausgaben der Moschee werden durch Zuschüsse des Senats, Spenden und monatliche Beiträge der Gemeindemitglieder bezahlt. Wir mussten uns den islamischen Gesetzen anpassen und deshalb unsere Schuhe beim Eintreten ausziehen. Nachdem sich alle auf dem Teppichboden niedergelassen hatten, begann Herr Schülzke seinen Vortrag.
Herr Schülzke konvertierte nach dem 2. Weltkrieg vom Christentum zum Islam, da er sich mit diesem besser identifizieren konnte. Die Mevlana-Moschee wurde von Berliner Moslems gegründet und ist somit vom türkischen Staat unabhängig. Daraus folgt, dass kurdische und türkische Moslems miteinander beten können. Die Moschee gilt nicht nur als Gebetshaus, sondern auch als Gemeindezentrum, Teestube Armenküche, Koranschule, Aufenthaltsraum Obdach für Arme und Bibliothek. Andere soziale Einrichten wollen die Moslems nicht, da die Verantwortung damit auf ein Organ konzentriert werden würde. also von anderen Gemeindemitgliedern abgewendet. Die Moslems richten ihr Leben nach dem Koran aus, der grundsätzlich auf fünf Säulen aufgebaut ist. Zu den fünf Säulen des Koran zählen das Glaubensbekenntnis ( Schahada ), das tägliche Pflichtgebet in Richtung Mekka ( Salat; morgens, mittags, nachmittags, bei Sonnenuntergang und nachts ), das Fasten ( Saum ) im Monat Ramadan sowie die Entrichtung der Armensteuer ( Sakat ). Fünftens und letztens ist die Pilgerfahrt nach Mekka ( Hadsch ) zu absolvieren. Befreit sind ferner Alte, Gebrechliche, Schwangere und Kinder.
Nachdem Herr Schülzke die Grundzüge des Islams erklärt hatte, begann das ca. 15-minütige Pflichtgebet. Hierzu kamen innerhalb kürzester Zeit etliche Männer. Frauen waren nicht zu sehen, weil die muslimischen Frauen entweder in einem separaten Raum, über oder aber hinter den Männern beten müssen. Auf jeden Fall sollen die Frauen außerhalb des Blickfeldes der Männer beten, da der Islam den Frauen mehr Selbstkontrolle als den Männern zuschreibt.

Die Eindrücke der Schüler waren durchweg positiv. Nachdem wir uns damit abgefunden hatte, dass sich eine Moschee über einem Supermarkt befinden kann, beeindruckte uns vor allem die friedliche Atmosphäre, die Toleranz gegenüber anderen Religionen und die geringe Abgrenzung zwischen Jung und Alt.

Autoren: Christoph Ludewig, Matthias Thüß, Birgit Flock, Sandra Ortkraß

 

 

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