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Die neue Synagoge in Berlin
Zentrum Judaicum

Am 17.5.1859 begann der Bau der neuen Synagoge in Berlin. Die Pläne lieferten zwei nichtjüdische Architekten: zum einen Knoblauch, der für die Außengestaltung zuständig war und zum anderen August Stüler, der für die Innenausstattung sorgte. Die Dach- und Kuppelkonstruktion lieferte Johann Wilhelm Schwedler. Ziel war es in erster Linie , ein Haus zum Beten zu schaffen, aber es sollte auch die Präsenz der Juden in Berlin verdeutlichen. Bevor allerdings mit dem Bau begonnen werden konnte mussten einige Hürden überwunden werden. Es war äußerst schwierig das Grundstück zu erwerben und eine Baugenehmigung zu erhalten. Einerseits befand sich Preußen im Krieg, andererseits sollten die Juden an den Stadtrand gedrängt werden. Nachdem die jüdische Gemeinde letztendlich doch noch das Grundstück erhielt, tauchte ein neues Problem auf: die Beschaffenheit des Grundstücks war nicht perfekt. Dieses Problem wurde allerdings durch eine Abänderung des Grundrisses gelöst. Die Eingangshalle wurde zwölfeckig gebaut und symbolisiert die zwölf Stämme Israels. Weiter fertigte man eine große goldene Kuppel, die durch ihre Größe, die reichlichen Verzierungen und durch ihre überwältigende Erscheinung der Stadt Berlin ein jüdisches Gesicht verleihen und das jüdische Selbstbewusstsein verdeutlichen sollte. Hinter dieser Eingangshalle befanden sich drei weitere Hallen, wobei die vierte der Hauptraum und die eigentliche Synagoge war. In der Eingangshalle wurden Männer und Frauen getrennt, wobei die Männer im Erdgeschoss saßen und die Frauen sich im ersten Rang hinter einem Vorhang befanden. Ursprünglich sollte die Architektur der Synagoge mit der jüdischen Religion in Verbindung gebracht werden. Die Torarollen sind im Judentum das Heiligste und so sollte die Kuppel ursprünglich auf den Hauptraum, der sich im hinteren Teil der Synagoge befand, gebaut werden. Dies geschah allerdings nicht, weil man dann nichts von der aufwendigen Kuppel gesehen hätte. Sie wurde auf die Eingangshalle gesetzt. Am 5.9.1866 konnte die neue Synagoge dann endlich eingeweiht werden.

Kriegs- und Nachkriegsgeschichte der Synagoge

In der Nacht vom 8. auf den 9. November 1938 ( Reichspogromnacht) wurde die Synagoge von SA- Männern gestürmt, die einen Brand legten. Allerdings wurde die Synagoge nicht in der Reichspogromnacht zerstört, da ein damaliger Polizist die SA vertrieb und die Feuerwehr rief. Diese löschte den Brand wahrscheinlich aufgrund seiner Kontakte, die er allerdings einbüßen musste. Seine Karriere bei der Reichspolizei war beendet. Er ging ein paar Jahre später freiwillig in den Ruhestand, da er sich mit der nationalsozialistischen Herrschaft nie einverstanden erklärte. Zum größten Teil wurde die Synagoge erst in einer Bombennacht von 1943 zerstört und diente später als Lieferant für Baumaterial zum Wiederaufbau. Der Hauptraum war stark betroffen, jedoch weiß man heute, dass der Wiederaufbau nicht unmöglich war, doch 1958 nahmen Staatsmänner der DDR genau dieses Argument als Vorwand zum Abriss dieser Haupthalle. Mit ihr wurden insgesamt neun jüdische Synagogen abgerissen. 1988 beschloss dann die DDR aus der Synagoge ein Museum zu machen. Dieser ungewöhnliche Beschluss hing damit zusammen, dass man bessere Kontakte zu den USA knüpfen wollte. Aufgebaut wurden nur die ersten drei Hallen. Der Wiederaufbau der vierten Halle lohnt sich nicht, weil die Kosten zu hoch sind und die Nutzung zu gering ist, da die jüdische Gemeinde in Berlin nicht mehr so groß ist, wie sie einst war. Finanziert wurde der Wiederaufbau durch Spenden und öffentliche Mittel. Von 1933 in Berlin registrierten 160.000 Juden überlebten ca. 5000, durch Mischehen ( Ehe eines Juden mit einem Arier ) oder durch verstecken. Zum verstecken eines Juden wurden sieben Nichtjuden benötigt. Heute leben wieder 12.000 Juden in Berlin.

 

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