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Entwicklung des Designs vom 19.Jh. bis zum Bauhaus


In der geschichtlichen Entwicklung des Designs und der Möbelgestaltung kann man eine fast regelmäßige Abwechslung von schlichten bzw. extrem verschnörkelten Formen feststellen, was in folgender Übersicht deutlich wird:

Klassizismus / Biedemeier ( bis weit ins 19. Jhd.)

  • schlichte Form / Verzicht auf Ornamentik
  • kubischer Bau
  • Materialwirkung
  • Zeitlos bürgerlich - gemütlich

Historismus

(ab 1850, erste "Postmoderne")

  • Parallelen zu Renaissance + Barock
  • Billige Maschinenarbeit anstatt teurer Handarbeit
  • Soll aufwendig wirken
  • Klare Funktion oft verborgen
  • Reichliche Verzierungen

Erfinderästhetik

( bis 1930)

  • zeitliche Eleganz
  • gebogenes Holz
  • maschinell( Biegen des Holzes)
  • Haltbarkeit & Zeitersparnis
  • Transport- und reparaturfreundlich

Handwerksform

  • Orientierung an der Natur
  • Rückkehr zum Handwerk
  • romantische Gestaltung
  • gute Dekoration
  • allerdings Funktion noch erkennbar

Jugendstil

(um 1898)

  • Orientierung an organischen Formen
  • formbestimmend

Konstruktivismus

  • genial einfache Verbindungen
  • preiswerte Serienmöbel
  • zweckgebundene Form

 

 

Das Bauhaus-Design

Der Bauhausstil prägt seit ca. 80 Jahren das Design alltäglicher Gebrauchsgegenstände. Beschränkt auf kantige, geometrisch Formen( mit waagerechter und senkrechter Ausrichtung) und den primären Farben ( rot, blau, gelb) sowie den Nichtfarben schwarz und weiß fand ein massiver Umschwung zu dem bisher verschnörkelten und reich verziertem Design statt. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Stilformen wurde auf schmückendes Dekor puritistisch verzichtet; Nutzgegenstände wurden optisch auf das Notwendigste reduziert um die funktionelle Zweckmäßigkeit hervorzuheben.

Sowohl der soziale Wohnungsbau als auch Mobilar und Gebrauchsgegenstände wurden von dem neuen Stil beeinflußt. Hierbei passen Haus und Einrichtung insofern zusammen, als dass sie die Gemeinsamkeit haben, alleinig auf ihre Funktion beschränkt zu sein. Jedes Element läßt sich durch präzise technische Daten bis ins kleinste Detail begründen.

Auch heute noch beeinflußt der Bauhausstil die alltäglichen Gebrauchsgegenstände wie Einrichtung, Geschirr u.ä., die einem modernen Leben angepäßt sind. Die Gegenstände sind platzsparend konstruiert, wobei sie auch veränderlich, beweglich und verschieden kombinierbar sein sollen. Dieser Stil läßt nicht viel Platz für verschiedene Geschmacksrichtungen, da die von Schlichtheit und Zweckmäßigkeit gekennzeichneten Gegenstände so in jeden Haushalt eingeführt werden können. Die Materialien variieren , so dass sowohl Metall, Kunststoffe, Glas, Holz und auch Keramik verwendet werden, welche allerdings auch in gemischter Form vorzufinden sind. Es wird sowenig Rohmaterial wie möglich verwendet, welches aber meißtens in seiner ursprünglichen Farbe erhalten wird.

Im Gegensatz zum Bauhaus-Design ist im Nationalsozialismus eine pompöse Stilrichtung wieder erwünscht.Somit fand diese Stilrichtung ersteinmal ein Ende.


Das Bauhaus - Das Museum für Gestaltung

(1919 - 1933)


Im Jahre 1919 wurde das Bauhaus von Walter Gropius in Weimar durch eine Vereinigung

der Hochschule für bildende Kunst mit der Kunstgewerbeschule gegründet.

Die Aufgabe des Bauhauses bestand darin, dass die Künstler ihre Kreativität auf einer sozial tragfähigen Basis ausleben konnten.

Die Merkmale der Baukunst beschränkten sich auf:

  • gerade Linien und rechte Winkel
  • Grundfarben: rot, gelb, blau
  • Nichtfarben: schwarz, grau, weiss
  • Gliederung durch horizontale / vertikale Flächen
  • traditionelle Raumaufteilung
  • primäre Formen, Räume und Farben.

Seit 1924 wurde aufgrund der rechtsextremistischen Mehrheit eine drastische Kürzung der Haushaltsmittel vorgenommen. Zufolge dessen kam es zu einer Auflösung des staatlichen Bauhauses am 31. März 1925 und somit zu einem Wiederaufbau in Dessau.

Die Anzahl der Studierenden stieg in Dessau von 1926 bis 1929 von 83 auf etwa 170 an.

Schon im Jahre 1930 ergaben sich zunehmende Schwierigkeiten wegen der Politisierung für das Bauhaus. Die nationalistische Mehrheit beschloss, es zum 30. September 1932 zu schliessen. Es konnte als Privatinstitut nach Berlin verlegt werden, wo es schon 1933 durch Erpressung der Gestapo selbst aufgelöst wurde.

 

 

Karin Schulze Tertilt & Jutta Volmer

 

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