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Potsdamer Platz - Das größte Dienstleistungszentrum Deutschlands


Der Potsdamer Platz stellte in den goldenen 20ern die geistige und kulturelle Mitte Berlins dar, das Herz der damals pulsierenden 4 Millionen Metropole.
Hier war die größte Verkehrsdichte Europas zu finden, wobei diese durch die weltweit erste automatische Ampelanlage geregelt wurde. Der Niedergang zeichnete sich mit dem 2.Weltkrieg ab, durch den ca. 80% der Häuser zerstört wurden und fand durch den sich verhärtenden Ost-West-Konflikt im Bau der Mauer, die nun quer über das ehemalige Zentrum verlief, sein Ende. Nach der Wiedervereinigung befand sich dort, wo ehemals der Todesstreifen verlief eine ,,Wüste'', die nach innovativer Bebauung verlangte. Hiermit bot sich den Stadtplanern eine einmalige Möglichkeit, um die sie von jeder Metropole der Welt beneidet wurden - den Bau einer komplett neuen Mitte nach modernsten Maßstäben.
Den größten Teil der Bebauung übernahm Daimler-Chrysler, damals noch Daimler-Benz, die dort über 4 Mrd. DM investierten und überraschender Weise schon vor dem Mauerfall geplant hatten, das Gebiet Potsdamer Platz zu erwerben. Unabhängig davon plante der Japanische Konzern Sony eine Teilbebauung.

Am Mittwoch, dem 8. März 2000, suchten wir in einer Gruppe von 20 Schülern den Potsdamer Platz auf, um uns ein Bild vom modernsten Dienstleistungsstandort Deutschlands zu machen. Schwerpunkt des Programms bildete ein Besuch bei der Daimler-Chrysler Tochterfirma Debis.entstehen. Freundlich empfangen wurden wir in den 14. Stock des neu entstandenen Firmensitzes geführt und mit ansprechenden Säften verwöhnt. Durch das gigantische Bauwerk und das professionelle Flair, wehte uns ein Hauch von Weltkonzern ins Gesicht.
Ein netter und kompetenter Angestellter des Dienstleistungsunternehmens machte uns mit den Aufgaben der 1990 gegründeten Tochterfirma vertraut.
Der Name Debis stand ursprünglich für ,,Daimler-Benz-Inter-Services'', wurde aber nach der Fusion mit Chrysler in ,,Services by Daimler-Chrysler'' umbenannt.
Dem Dienstleistungssektor kommt neben den Sparten PKW, Nutzfahrzeuge und Luft- und Raumfahrt eine immer bedeutender werdende Stellung im Mutterkonzern zu..
Die Firma Debis ist nochmals unterteilt in die Sektoren Financial Services und IT Services, wobei eine Konzentration auf den Finanzsektor geplant ist. Die Debis Financial Services, die sich aus Finanzleistungen, Versicherungen und Handelsfinanzierungen zusammensetzen, stellen den weltweit viertgrößten Dienstleister dieser Art mit einem Umsatz von 12,5 Mrd. Euro und über 26000 Mitarbeitern (1999) dar.
Laut Debis ist die BRD im Vergleich z.B. zur USA in Sachen Dienstleistungen ein "ungehobener Schatz", der noch viele Möglichkeiten bietet. Heute erwirtschaftet Debis ? des Umsatzes im Ausland und eine weitere Steigerung ist zu erwarten. Doch ist man sich auch bei Debis nicht sicher, ob der Arbeitsplatzabbau durch Rationalisierung im produzierenden Gewerbe komplett durch den Dienstleistungssektor aufgefangen werden kann.
Auf jeden Fall ist die Debiszentrale am Potsdamer Platz ein Bekenntnis des Daimler-Chrysler-Konzerns zum Standort Deutschland.

Potsd.PlatzNach dem Vortrag wurden wir noch von einem Mitarbeiter von Daimler-Chrysler-Immobilen über den gesamten von Daimler-Chrysler finanzierten Bereich des Potsdamer Platzes geführt.
Er wusste über die verschiedenen Bauabschnitte zu berichten. So gab es bedingt durch den sumpfigen Boden große Probleme mit dem Grundwasser. Diese Probleme meisterte man durch der Bau großer Betonwannen, die die Flutung der Baustelle verhinderten. Um ein Verkehrschaos bedingt durch Materialtransport zur nun "größten Baustelle der Welt" zu verhindern, ließ man vor Baubeginn ein eigenes Logistikzentrum mit Schienenanschluss und ein eigenes Betonwerk errichten, welches eine Transporteinsparung von 46000 km zur Folge hatte. In vier Jahren wurden 550000 t Beton am Bau verarbeitet.
So stand den Visionen des italienischen Stararchitekten Renzo Piano nichts mehr im Wege. Jener hatte den ausgeschriebenen Architektenwettbewerb überzeugend gewonnen, gab jedoch gleichzeitig den unterlegenen Architekten die Möglichkeit einzelne der insgesamt 19 Gebäude zu gestalten.
Es entstanden die größte Spielbank Deutschlands, eine Shopping - Mall, Diskotheken, Nachtclubs und viele private Apartments. 50% der Fläche des Potsdamer Platzes wird jedoch von Büros belegt. Die Hyattgruppe eröffnete hier ein großes 5 Sterne Hotel. Auf Luxus wurde jedoch insgesamt eher verzichtet, da der Potsdamer Platz einen Ort für jedermann darstellen sollte. So blieben die Designerboutiquen am Kudamm und es wurden einfach Modeketten etabliert. Die Belieferung der Geschäfte erfolgt über ein unterirdisches Straßennetz, das die Ankunft von zur Zeit über 200 LKWs täglich ermöglicht.
Die Erwartungen um den Potsdamer Platz wurden weit übertroffen, so dass der Potsdamer Platz heute täglich über 70000 Menschen begrüßen darf, doppelt so viele wie ursprünglich angestrebt.

 

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die Hackeschen Höfe
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