Lau-Home Start | Allgemein | Geschichte | Geographie | Kunst | Religion | Erziehungswiss. | Sozialwiss. | Inhalt
 
< zurück |  vor >


Religiöses Leben von Minderheiten/Ausländern in Berlin im 19. Jahrhundert


Die tragische Geschichte der Juden begann mit der Ermordung des Juden Liphold. Dieser wurde 1573 wegen Betrugs und Diebstahls verurteilt und anschließend gerädert, gevierteilt und verbrannt. Dieses Ereignis hatte die große Massenflucht der Juden aus Berlin zur Folge, weshalb auch für fast das gesamte nächste Jahrhundert keine Juden mehr in Berlin lebten.
Die ersten Neuansiedlungen von Juden in Berlin erfolgten mit dem Edikt von 1671. Hier wurden hauptsächlich reiche Juden angesiedelt, die das hohe Schutzgeld bezahlen konnten. Allerdings wurde ihre Wohnzeit in Berlin auf 20 Jahre beschränkt.
Die jüdische Gemeinschaft in Berlin wuchs auch aufgrund der Kurfürsten weiter. Diese holten sich nämlich Hugenotten und Juden aus Wien nach Berlin, um die Wirtschaft anzukurbeln und um sich an Schutzgeldzahlungen zu bereichern.
Die ersten Fortschritte für die Juden begannen im 17.Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt wurde ihnen erlaubt, selbst Gottesdienste zu Hause abzuhalten.
Ein neues Zeitalter begann für die Juden in Berlin 1712. Zu diesem Zeitpunkt begannen sie mit dem Bau ihrer Synagoge. Allerdings unterlag die Synagoge starken Einschränkungen. Sie durfte nämlich nicht größer als ein normales Bürgerhaus sein und auch von außen nicht als Synagoge zu erkennen sein. Trotzdem musste sie in zwei Ebenen unterteilt sein, was große Probleme bereitete. Sie wurde 1704 eingeweiht.
Im 19.Jahrhundert änderte sich die Einstellung der Juden gegenüber anderen Religionen deutlich. Während die orthodoxen Juden weiter an den alten Vorstellungen festhielten, glichen sich die reformierten Juden immer weiter dem Christentum an. So versetzten sie zum Beispiel 1856 das Betpult vor den Thorastein. Es ging sogar soweit, dass in der Synagoge die Kopfbedeckung nicht mehr Pflicht war.
Diese Synagoge wurde in der Reichskristallnacht am 9.November 1938 zerstört. Drei Jahre später wurde die Deportation aller männlichen Juden angeordnet. Da ihre Männer in Sammellagern gefangen wurden, versammelten sich die christlichen Frauen, die mit Juden verheiratet waren vor einem der Lager. Da die 200 Frauen diese Proteste täglich und konsequent über zwei Wochen durchführten, sahen sich die Nazis so unter Druck gesetzt, dass alle Männer wieder freigelassen wurden. Die Zahl der Juden sank von ehemals 161000 vor dem Krieg auf rund 6000 nach dem Krieg. Außerdem überlebten 1500 in Verstecken und ca. 80000 konnten fliehen.

Der jüdische Friedhof

1671 wurde in Berlin der jüdische Friedhof in der Spandauer Vorstadt begründet und 1672 eingeweiht. Da die Gräber bei den Juden für die Ewigkeit angelegt werden, das heißt nicht neu belegt werden dürfen, ist seine Kapazität bereits 1827 ausgeschöpft.
In den letzten Kriegstagen wurde der Friedhof vollständig zerstört, da die Grabsteine zum Bunkerbau verwendet wurden.
Heutzutage ist nur noch der Grabstein von Moses Mendelssohn zu sehen, da dieser eine große Bedeutung für die Juden hat und sein Grabstein bereits viermal erneuert wurde. Dieses Grab ist auch heute noch eine wichtige Pilgerstätte für Juden
Moses Mendelssohn wurde am 6.September 1729 in Dessau geboren. Er zog im Alter von 14 Jahren vollkommen mittellos nach Berlin, um dort zu lernen. Er fand Unterschlupf bei Isaak Bernhard. Er wollte das Judentum an andere Religionen angleichen und gilt deshalb als Vater des modernen Judentums.

 

Es gab in Berlin sechs verschiedene Gruppen von Juden:

  • Oberste Klasse : wenige Reiche, welche die vollen Bürgerrechte ebenso wie die Christen hatten
  • Ordentliche Schutzjuden : garantierter Schutz für zwei Kinder, wobei der Vater für das erste Kind 1000 und das zweite Kind 2000 Mark besitzen musste.
  • Außerordentliche Schutzjuden : Schutz nur für eine Person und alle anderen wurden vertrieben
  • Gemeindediener
  • Geduldete Juden
  • Dienstpersonal : vertrieben bei Jobverlust

 

Referat von Ingo Meierhoff, Matthias Krieft, Sarah Wild, Sascha Tumbrink

 

...weiter geht es mit einem Artikel über
Das Deutsche Technikmuseum
< zurück
 |  Startseite | vor >