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Besuch der Lina Morgenstern Gesamtschule


  • Plakat zu den Erwartungen an die Lina Morgenstern Gesamtschule
  • Fakten und Informationen zur Schule
  • Eindrücke vom Besuch der Schule
  • Interview mit 2 Schülern

 

Fakten und Informationen zur Schule

Die Lina Morgenstern Gesamtschule ist die 3. Gesamtschule, die Anfang der 90 iger Jahre auf intensiven Druck der Elternschaft in Kreuzberg eingerichtet wurde. Im Gründungsjahr unterrichteten 15 Lehrer ca. 100 Schüler.

1996 erfolgte dann in einem interessanten Abstimmungsverfahren, die Kandidaten für die Namensgebung wurden in kleinen Theaterstücken der Schulgemeinde vorgestellt, die Festlegung des Namens Lina Morgenstern. Lina Morgenstern war  eine um 1900 in Berlin bekannte Persönlichkeit. Sie, die Frau mit großem Sozialbewusstsein und aktiv in der Frauenbewegung. organisierte Suppenküchen für Arme und war Mitveranstalterin des 1. Und 2. Frauenkongresses im Paris. Im 3. Reich wurde sie, da jüdischer Herkunft, verfolgt und geriet im Vergessenheit. Dem begegnen die Kreuzberger heute, indem sie ihr eben 1996 einen Schulnamen widmeten.

Heute unterrichten an der Lina Morgenstern Gesamtschule 50 LehrerInnen 413 SchülerInnen, von denen 40 SchülerInnen lernbehindert sind und deutlich hervorgehobener Bestandteil der Schulkonzeption sind. In den sogenannten integrativen Klassen unterrichten zwei LehrerInnen in 2 Klassenräumen extrem kleine Lerngruppen von 12 - 15 Schülern, von denen 2 bis 3 lernbehindert sind. Entsprechend besitzen 8 der 50 LehrerInnen eine sonderpädagogische Ausbildung.

Die Lina Morgenstern Gesamtschule befindet sich im Kreuzberg, einem Stadtteil, in dem an einigen Schulen bis zu 90 % der Kinder nichtdeutscher Herkunft sind. An der LMG ist dies nicht so, hier liegt der Anteil dieser SchülerInnen bei ca. 30 %.

Zu den weiteren Schwerpunkten der Schule gehören neben dem Integrationskonzept der Computergestützte Fachunterricht (ITG), der offene Ganztagsbetrieb und eine Akzentuierung im musischen Bereich. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass die Schule derzeit über 70 PCs verfügt, die von den Schülern auch für den Internetbereich intensiv genutzt werden, sie aktiv am Projekt "Theater und Schulen" teilnimmt und sich darüber hinaus aber in aller erster Linie als Schule des Stadtteils versteht, die eng mit den Eltern zusammenarbeitet, Kinder bis in den Nachmittag hinein betreut und sich intensiv um diverse Probleme (Sprachprobleme, geregelter Tagesablauf, Hilfe bei sozialen Problemen, etc.) der Kinder kümmert.

Für den Besucher ist es daher überzeugend, dass Gewalt- und Drogenprobleme kaum eine Rolle spielen.

 

Eindrücke vom Besuch der Lina Morgenstern Gesamtschule in Berlin Kreuzberg am 9.3.2000

 

Über Kreuzberg:

Berlin Kreuzberg ist mit 66% Jugendarbeitslosgkeit der sozial schwächste und darum problematischste Teil Berlins, der zugleich auch den höchsten Ausländeranteil und die höchste Bevölkerungsdichte besitzt.

Aufgrund dieser Fakten begründeten sich auch die im Diagramm dargestellten Erwartungen.

Die Schule: ein Erlebnisbericht:

Zunächst erfuhren wir in einem Gespräch mit den Schulleiter Herrn Claudi, Zahlen und Fakten über die Schule, die wir in einem gesonderten Teil zusammengestellt haben. Schon auf dem Weg zum Büro des Direktors waren wir den vielen Schülern, die uns neugierig aus den Fernstern beobachteten und uns einzelne Kommentare zuriefen, aufgefallen.

Wir wiederum waren über einzelne Verhaltensregeln, die in einem Klassenraum aushingen, erstaunt. So ist es der Schule so wichtig, dass ihre SchülerInnen regelmäßig ihre Mahlzeiten zu sich nehmen, dass sie dies für alle SchülerInnen auch verschriftlicht.

Wir nahmen in kleinen Gruppen am Unterricht teil.

Der GA Kurs Biologie behandelte an Hand von Zeichnungen das Thema Dinosaurier. Zunächst fanden die SchülerInnen durch Assoziationsketten heraus, was sie über Dinosaurier bereits kannten. Die Lehrerin hielt die wichtigsten Aspekte stichwortartig an der Tafel fest. In weiteren Verlauf der Unterrichtsstunde erarbeiteten die SchülerInnen, dass es in der Natur eine natürliche Weiterentwicklung gibt, wobei das Stundenziel in der Kenntnis und Erklärung des Begriffs "Evolution" bestand.

Uns fiel in dieser Stunde auf, dass es durchaus Spannungen der Schüler untereinander gab. Wir führten dies auf die unterschiedlichen Wertauffassungen zurück und sahen uns durch den folgenden Textauszug, den wir einem Schülerheft entnahmen, bestätigt:

"die Ehre in der türkische Kultur"

-Ein Wertesystem im Wandel-

Abschließend kamen wir zu dem Ergebnis, dass diese Schule mit weitaus mehr kleineren und größeren Problemen umgehen muß als wir es uns vorstellen konnten. Dieser Besuch hat dazu beigetragen, einige Vorurteile abzubauen.

 

 

 

Interview mit zwei ausländischen Schülern

aus einer 8. Klasse (14 Jahre)

Wie gefällt euch die Schule?

  1. Mir gefällt die Schule, aber es gibt zu viele Hausaufgaben. Wir sitzen z. B. oft stundenlang an den Mathematikaufgaben und verbringen zu viel Zeit mit der Besprechung im Unterricht.
  2. Blöd ist der Förderunterricht für Ausländer im Fach Deutsch, da er nachmittags stattfindet.

Was habt ihr für Zukunftsvorstellungen?

  1. wir wollen beide versuchen auf einer anderen Schule Abitur zu machen. Wenn das nicht klappt, wollen wir trotzdem weiter zur Schule gehen.
  2. Ich würde gerne etwas mit Elektronik machen, Elektrotechniker oder so,
  1. Mein Traumberuf ist Anwalt.

Wie ist das Lehrer- Schüler- Verhältnis?

  1. Meistens gut, aber einige Lehrer sind unfair.
  2. Bei manchen Lehrern haben wir das Gefühl, dass sie etwas gegen uns haben.

Was denkt ihr über den Doppelpass?

  1. Was ist das?

Das bedeutet, dass ausländische Staatsbürger einen deutschen und ihren Heimatpass besitzen.

  1. Ich bin hier geboren, habe einen kroatischen und einen serbischen Passen. Einen deutschen Pass brauche ich nicht, weil meine Familie wieder zurückgehen will
  2. Ich habe einen deutschen Pass.(Anm. Eltern sind im Iran aufgewachsen.)

Gibt es Drogenprobleme?

  1. Unsere Schule ist sauber. Drogen werden hier kaum verkauft.

Was stört Euch?

  1. und 2. Es gibt manchmal zu viele Ausländer.

Wie sieht es in Berlin allgemein mit Drogen aus?

  1. Ich habe schon mal gesehen, wie sich jemand Drogen eingesteckt hat.
  2. In Berlin sieht man es oft, dass Drogen verkauft werden.

Wie steht ihr zu Drogen?

  1. Ich nehme keine Drogen
  2. Ich auch nicht.

Von: Max Ganser, Sara Gerwing, Anjy Kremann und Jan Meiners

 

 

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