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Begegnung mit gleichaltrigen Jugendlichen in einem Club am Prenzlauer Berg


Am Mittwoch nachmittag besuchten wir mit dem EW2 Kurs einen Schülerclub am Prenzlauer Berg im Ostteil Berlins. Dort angekommen waren wir erstaunt über die von außen "ärmlich" wirkende Schule und den dazugehörigen Clubraum. Es wirkte sehr trostlos und eng. Doch als wir den Schülerclub betraten, trafen wir auf sehr aufgeschlossene, junge Leute. Ca. 10 Jugendliche im Alter von 17 bis19 Jahren begannen zu erzählen:

Basierend auf Ideen der Jugendarbeit und früheren Jugendbewegungen gründete sich 1994 der erste Schülerclub in Berlin.

Im Laufe der Zeit entstanden vorwiegend an Haupt-, Real- und Gesamtschulen 50 weitere Clubs. Die Schule, die wir besuchten, heißt "Kurt-Schwitters Oberschule" und ist eine kunstorientierte Gesamtschule mit gymnasialem Zweig.

Der Club arbeitet mit der Schule zusammen, ist jedoch selbstständig und finanziert sich durch einen Trägerverein (RAA). Das Konzept des Schülerclubs entstand im Frühjahr 1994, der Umbau der alten Räumlichkeiten begann im September. Heute ist der Club ein "Raum zum Leben". Er bietet den Schülern die Möglichkeiten:

  • zu kommunizieren
  • gemeinsam zu lernen (Ha, Abitur)
  • AG´s zu gründen (afrikanische Trommlergruppe)
  • in einer Gemeinschaft zu leben
  • Spaß und Unterhaltung zu haben
  • Freunde zu treffen
  • Probleme von zu Hause zu bewältigen und darüber zu reden
  • Abwechslung in ihrem Alltag zu bringen.

Geleitet wird der Club von einem 33-jährigen Sozialarbeiter, der von allen nur Gunnar genannt wird. Mit seiner Baumarktkette und dem Schloss am Hals, sowie seinem grünen Irokesenschnitt verdeutlicht er schon äusserlich seine Nähe zu den Schülern und seine Lebenseinstellung.

Gunnar ist rund um die Uhr Ansprechpartner für Probleme mit der Familie, den Lehrern, den Freunden, und der Gesellschaft, usw.

Er hilft den Jugendlichen sowohl in ihrem Umfeld klarzukommen, als auch bei der Planung und Durchführung eines Frankreichprojektes, das 1995 erstmals durchgeführt wurde:

Gunnar wurde vom Trägerverein auf einen alten Bauernhof in Südfrankreich aufmerksam gemacht, der den Schülern zum Umbau und zur Sanierung zur Verfügung gestellt wurde. Der ca. 14-tägige Aufenthalt, der immer in den Schulferien stattfindet, ist für alle freiwillig und stärkt zudem die Schüler-Lehrerbeziehung.

Im Schülerclub ist die Atmosphäre sehr locker, da sich alle untereinander duzen und "auf einer Ebene stehen".

Dies sind Gründe, die von den Beteiligten für die geringe Kriminalität und Gewalt an der Schule genannt wurden. Selbst wenn es mal zu Auseinandersetzungen kommt, werden die Konflikte selbstständig, oder mit Hilfe von älteren Schülern gelöst.

Es gibt nur wenige Ausländer an der Schule und auch sog. Gangs sind eher selten anzutreffen.

Hinzu kommt, dass uns der Nachmittag und die Gespräche mit den Jugendlichen sehr gefallen haben. Sie waren sehr offen und sympathisch und haben uns das Gefühl gegeben, dass sie bereit waren, ehrlich über ihren Alltag zu reden. Wir waren so beeindruckt von den Jugendlichen und der Atmosphäre, dass einige von uns sogar den weiten Weg in Kauf nahmen, um sich an den folgenden Abenden nochmals mit ihnen zu treffen.

Von Annemarie Heuermann, Katharina Siebert, Christine Schulte, Christina Völker

 

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