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Erziehung in Familie und Schule zur NS-Zeit und in der DDR


Aspekte eines Vergleichs

Vortrag in der Konrad Adenauer Stiftung

Referent: Herr Hilmer

 

Während des Besuchs der Konrad Adenauer Stiftung gewährte uns Herr Hilmer einen Einblick in die verschiedensten Aspekte der Erziehung in Schule und Familie zur NS- und DDR- Zeit.

Der erste Teil des Vortags bezog sich auf die Erziehung in der NS- Zeit. Hitler wollte die Bevölkerung in ideologischen und moralischen Dingen umschulen, wobei er keine intellektuelle, sondern eine gewalttätige, heroische, harte und grausame Jugend wollte. Zu diesem Zweck setzte er als Lehrer ehemalige Soldaten ein, da diese die autoritären und militärisch geprägten Erziehungsstile kannten und befolgten. Außerdem sollte sich die Erziehung soweit wie dies ging außerhalb des Elternhauses abspielen. Nur dann war sichergestellt, dass die Kinder ganz von nationalsozialistischen Gedankengut zu überzeugen waren. Verstärkt wurde dieses Bestreben durch einprägsame und einander verbindende Rituale, z.B. den Hitlergruß, Parolen etc. Auf die Jugendlichen bezogen bediente man sich bei der moralische Erziehung vieler Gemeinschaftsunternehmungen wie z. B. der Zeltlager der HJ. (Formationserziehung).

Demgegenüber stellte Herr Hilmer die Erziehung der DDR dar. Nach dem Krieg entließ man sämtliche Sozialdemokraten aus ihren Ämtern und setzte ehemalige Nazis ein. Um den "Neuen" Menschen zu schaffen, wurden in den Grundschulen die "Neulehrer" eingestellt, deren Ausbildung in einer Zeit von 6 Wochen durchgeführt wurde und deren Qualifikation entsprechend schlecht war.

In den übrigen staatlichen Bildungs- und Ausbildungsbereichen gab es keine Veränderung; ehemalige Nazis konnten weiterhin ihre Ämter ausüben, eine Entnazifizierung fand zu keinem Zeitpunkt statt. Das Bekenntnis zur DDR als Staat und zur SED als Partei reichte aus um in Amt und Würden zu bleiben. In den 60 iger Jahren kam ein neues Phänomen im Erziehungswesen hinzu: neben der Erziehung zum Vaterland, sprich DDR, galt es die westlichen Bürger als Kriegshetzer, Mörder und Unterdrücker zu beschreiben. Gleichzeitig gelang es den Staat immer mehr Mitarbeiter, sowohl offizielle als auch inoffizielle, die geschätzte Zahl liegt bei 500 000 /13 Mill. Einwohnern für sich zu gewinnen. Dass dies nicht nur Freiwillige waren, versteht sich von selbst. Dabei wurde jeder gegen jeden ausgespielt, Eltern gegen ihre Kinder oder Lehrer gegen ihr Schüler. Eltern bekamen Probleme, wenn ihre Kinder nicht in das System des Staates passten.

Um nach Außen hin ein gutes Bild abzugeben, wurden den meisten Schülern ein 1,0 Zeugnis ausgestellt, was jedoch nicht den Gegebenheiten entsprach und auch vielen bekannt war.

Abschließend wurden noch einmal die Ähnlichkeiten zwischen der NS und der DDR Erziehung benannt, die auch unseren Collagen in Wort und Bild zu entnehmen sind.

 

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Begegnung mit gleichaltrigen Jugendlichen in einem Club am Prenzlauer Berg
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