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Gymnasium Laurentianum Warendorf

Sternenhimmel

Der November zeigt sich häufig in unseren Breiten trübe, feucht und neblig. Wenn der Himmel aber einmal aufklart, so leuchten die Sterne besonders prächtig. Man hat dabei den Eindruck, dass die Sommersternbilder nicht weichen wollen. Dies liegt an der nun früh einsetzenden Dunkelheit. Wer um 18 Uhr beobachtet, also 4 Stunden vor der für die Sternkarte angegebenen Standardbeobachtungszeit, sieht den Septemberhimmel. Zur Monatsmitte November um 22 Uhr hingegen neigt sich das Sommerdreieck bereits tief zum Westhorizont.

Die Bilder hoch im Süden und die um den Zenit wie Kassiopeia, Andromeda, Pegasus, Perseus und Widder prägen den typischen Herbstcharakter des gestirnten Firmaments. Im Osten hingegen kündigt sich der nahende Winter durch eine Reihe heller Sterne an: Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Beteigeuze und Rigel im Orion, Castor und Pollux in den Zwillingen.

Zwischen Zenit und Polarstern erreicht Kassiopeia ihre höchste Position am Himmel. Sie hilft nicht nur den Polarstern zu finden, sondern erlaubt auch, die Sternzeit grob zu schätzen. Dazu bedient man sich des Sterns am rechten Ende des Himmels-W´s, der auch Kolurstern genannt wird. Erreicht der Kolurstern seine höchste Position, ist es 0 Uhr Sternzeit. Die Verlängerung der Linie Polarstern-Kolurstern durch das Pegasusquadrat hindurch zeigt genau auf den Frühlingspunkt in den Fischen.

Die Fische haben ihre höchste Stellung im Süden erreicht. Sie sind nicht leicht zu erkennen, da diese Sternenfigur nur aus sehr schwach leuchtenden Sternen gebildet wird. Zwar kennt fast jeder das Sternbild Fische dem Namen nach, da es zum Zodiak, dem Tierkreis, gehört, aber nur wenige haben es mit eigenen Augen gesehen.

Den Fischen folgt im Tierkreis der Widder. Er steht hoch im Süden kurz vor seinem Meridiandurchgang. Ein stumpfwinkliges Sternendreieck markiert im wesentlichen die Widdergestalt.

Der Widder führt als erstes Sternbild den Tierkreis an. Heutzutage wandert die Sonne vom 19. April bis zum 14. Mai durch dieses Sternbild. Vor über 2000 Jahren, zur Zeit der berühmten Astronomen Hipparchos und Ptolemaios, lag dagegen der Frühlingspunkt noch im Widder, die Sonne durchwanderte ihn also bereits im März. Noch heute spricht man vom Widderpunkt, wenn man den Frühlingspunkt meint, obwohl er längst in den Fischen liegt und in einigen hundert Jahren den Wassermann erreichen wird.

Der Wassermann steht tief im Südwesten. Er zählt wie die Fische zu den lichtschwachen Sternbildern und ist darum nur sehr schwer erkennbar.

Am herbstlichen Abendhimmel zählt zweifelsohne der berühmte Andromeda-Nebel zu den Paradeobjekten für Fernglasbeobachter. Der Andromeda-Nebel ist keine Gas- oder Staubwolke in unserer Milchstraße, sondern ein riesiges Sternsystem außerhalb unserer Galaxis. M13, so die Katalogbezeichnung vom Andromeda-Nebel, ist unsere Nachbarmilchstraße. Nach neuesten Messungen ist die Andromeda-Galaxie rund 3 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. M13 steht jetzt hoch am Himmel, fast im Zenit. Theoretisch ist M13 schon mit bloßen Augen zu sehen. Ein gutes Fernglas aber lässt diese Galaxie erst richtig deutlich werden. Die Randpartien der Spiralgalaxie in einzelne Lichtpunkt aufzulösen, gelingt aber nur Riesenteleskopen.

Mars, der rote Planet, ist am Morgenhimmel zu sehen. Venus steht als Abendstern tief im Westen. Am 29. gegen 18 Uhr gesellt sich die Sichel des zunehmenden Mondes dazu.

Jupiter und Saturn erreichen ihre Oppositionsstellung, das heißt sie gehen im Osten auf, wenn die Sonne im Westen untergeht, sie stehen also während der ganzen Nacht am Himmel. Beide halten sich im goldenen Tor der Ekliptik auf, zwischen den beiden offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden. Ein reizvoller Himmelsanblick.


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