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Gymnasium Laurentianum Warendorf

Sternenhimmel

Blickt man steil nach oben in den abendlichen Sternenhimmel des Monats April, erkennt man auf Anhieb die sieben Sterne des Großen Wagen. Er steht jetzt direkt über unseren Köpfen, fast im Zenit. Der Große Wagen ist nur ein Teil der viel größeren Sternfigur des Großen Bären. Zur Zeit ist die Gelegenheit günstig, um versuchsweise die Gesamtgestalt des Großen Bären zu erfassen: Kopf und Pranken sind von vergleichsweise lichtschwachen Sternen umrissen, während der Wagenkasten das Hinterteil und die drei Deichselsterne den Schwanz des Bären markieren.

Der Löwe mit seinem hellen Hauptstern Regulus erreicht nun seine höchste Position über dem Südhorizont. Ein großes Sternentrapez markiert den Rumpf, ein kleines, aufgesetztes den Kopf dieses königlichen Tieres. Der Löwe ist Mitglied im ausgewählten Zirkel der Tierkreissternbilder. Regulus liegt fast genau auf der Ekliptik, auf der sich der Mond und die Wandelsterne, wie unsere Planeten auch bezeichnet werden, bewegen. So kommt es gelegentlich zu dem Ereignis, dass Regulus vom Mond oder sogar von einem Planeten bedeckt wird.

Im Westen versinken die Wintersternbilder allmählich.

Sirius im Großen Hund geht bereits in der Abenddämmerung unter, Orion und der Stier mit dem roten Aldebaran stehen dicht über dem Westhorizont.

Hoch im Südwesten sind die Zwillinge mit Castor und Pollux sowie Procyon im Kleinen Hund zu sehen. Halbhoch im Nordwesten strahlt die gelbe Kapella im Sternsechseck des Fuhrmann, und tief im Nordwesten ist noch der Perseus als Relikt vergangener Herbsttage zu erspähen.

Der intensiv orange-rot strahlende Hauptstern des Bootes (Bärenhüter), der die aus dem Arabischen stammende Bezeichnung Arktur trägt, fällt hoch im Südosten auf. Er gehört neben Sirius und Wega zu den drei hellsten Sternen der nördlichen Himisphäre und liegt auf der kreisförmigen Verlängerung der Deichselsterne des Großen Wagen, die in ihrer Fortsetzung auf die bläulich leuchtende Spica zeigt, dem hellsten Stern in der Jungfrau. Sie nimmt auf der Ekliptik den Platz im Südosten ein, und gehört somit ebenfalls zu den Tierkreissternbildern.

Halbhoch im Osten, in der Nähe des Bootes, springt der Sternenhalbkreis der Nördlichen Krone förmlich ins Auge. Nordöstlich schließt sich Herkules an, ein ausgedehntes Bild ohne hellere, auffallende Sterne.

Am Nordosthorizont künden Wega in der Leier und Deneb im Schwan inmitten der Milchstraße den kommenden Sommer an. Atair im Adler, der dritte helle Stern des Sommerdreiecks geht allerdings erst später auf.

Der rote Planet Mars gibt zusammen mit Jupiter und Saturn seine Abschiedsvorstellung am Abendhimmel. Dabei kommt es noch zu einem spektakulären Planetentrio mit Mond im Sternbild Widder. Am 6. überholt Mars den Riesenplaneten Jupiter nördlich im Abstand von nur 1,1°, gleichzeitig gesellt sich die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zu diesem Planetentrio, das mit Saturn komplettiert wird. Dieser seltene Himmelsanblick ist am 6. etwa um 21 Uhr über dem Westhorizont zu genießen. Wenige Tage später über holt Mars, der in diesem Trio am lichtschwächsten leuchtet, auch noch den Ringplaneten Saturn.


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