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Gymnasium Laurentianum
[  Exkursion in den Chemiepark Marl, 2003  ]



Lau im Chemiepark Marl, Jan.2003


Am Mittwoch, dem 22. Januar 2003, machte sich der Chemie-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 13 des Gymnasium Laurentianum unter Leitung ihres Fachlehrers Michael Sternberg auf den Weg zu einer Exkursion in den Chemiepark Marl. Dies bot den meisten Schüler eine willkommene Abwechslung zum Unterrichtsalltag. Der ganztägige Ausflug in diesen gewaltigen Industriekomplex beschränkte sich aus zeitlichen Gründen auf die Besichtigung der Herstellungsverfahren und Weiterverarbeitung von PVC (Polyvenylchlorid). Eine fachlich tiefgehende Betrachtung des gesamten Parks, der sechseinhalb Quadratkilometer umfasst und für sich drei Stromkraftwerke auslastet, würde mit Sicherheit Monate beanspruchen. Allein für die Herstellung des von uns in Augenschein genommenen Produktes gab es im Chemiepark eine ganze Handvoll Stationen, angefangen von der Gewinnung der chemischen Grundstoffe über den Syntheseprozess bis hin zur Weiterverarbeitung zu z. B. Fensterrahmen.

Schon bei der Ankunft im Informationszentrum beeindruckte die moderne und technisch aufwendige Präsentation. Zur Einstimmung hörten wir einen Vortrag über die Arbeitsplatzperspektiven, die ungewöhnlich enge Zusammenarbeit der zahlreichen ansässigen Firmen sowie die Vielseitigkeit, die der Standort für Arbeitnehmer, die verschiedenen, weltweit operierenden Unternehmen und ihre Kunden bietet. Die Bündelung von chemischer Industrie hat den großen Vorteil, dass Abfallprodukte des einen Herstellungsverfahrens ohne große Umwege zu einer anderen Anlage transportiert werden können, wo diese als Ausgangsstoffe für die Produktion für etwas Anderes dienen können. Dies ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch sinnvoll. Nach diesen nicht gerade werbefreien, jedoch interessanten Informationen über allgemeine Dinge wurden wir aus Sicherheitsgründen mit Schutzhelmen und -brillen versorgt und begannen unsere Detailbesichtigung bei den hauseigenen Salinen.

Hier werden große Mengen von Natriumchlorid, das die meisten wohl als Kochsalz kennen, gereinigt und als flüssige Lösung über Rohre zur Alkali-Chloridelektrolyse weitergeleitet. Diese zweite Station war wohl einer der Höhepunkte der Führung. Wir kamen in eine riesige Halle, in der Tausende der kleinen Elemente stehen, in denen sich die Reaktion vollzieht. Dieses gewaltige Feld von Elektrolysen verbraucht soviel Strom, dass durch die Leitungen, die dort hineinführen, ein Magnetfeld entsteht, welches unsere Geldstücke, als wir sie herausholten, zusammenkleben lies. Neben anderen beeindruckenden Daten zu diesem Komplex erfuhren wir auch, dass dieser allein soviel Strom verbraucht wie eine Stadt mit 100.000 Einwohnern. Den Kopf gefüllt mit derart imposanten Zahlen sollte nun auch unser Magen nicht länger leer bleiben und wir konnten die anstrengenden Vorträge und Besichtigungen nun bei einer anständigen Mahlzeit in einer der zahlreichen Kantinen verdauen.

Hierauf folgte als krönender Abschluss noch der Blick von dem zehn Stockwerke hohen Bürogebäude herunter auf den gesamten Chemiepark, was unsere bisherigen Eindrücke von den gewaltigen Ausmaßen noch einmal unterstrich. Am frühen Nachmittag machten wir uns dann geschafft, jedoch mit vielen gewonnen Impressionen und Informationen auf den Rückweg. Es lässt sich abschließend sagen, dass der Ausflug zwar sehr anstrengend war, diese Anstrengungen sich doch in jedem Fall gelohnt haben. Im Unterrichtsstoff sind wir durch dies zwar, wie zu erwarten, nicht viel weiter gekommen, da uns die Verfahren ja bereits bekannt waren, doch die Erfahrung, einen solchen Betrieb einmal erlebt zu haben, ist, so denke ich, viel mehr wert.



Exkursion 2004 nach Marl





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